| Die Motorrad Kurvenfahrt |
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Wie bereits im Abschnitt über die
Selbststabilisierung erklärt wurde, neigt sich ein Rad, das nach links
gelenkt wird, auf Grund der Kreiselpräzession nach rechts.
Wer diese
Lenkimpulstechnik - so wird dieser Trick mit dem Gegenlenken genannt -
bei Geschwindigkeiten über ca. 40 km/h ausprobiert, wird schnell
feststellen, dass sich je nach dem, wie abrupt der Lenker bewegt wird,
das Motorrad mühelos und schnell von einer Schräglage in die andere
bringen lässt. Eine Gewichtsverlagerung ist allenfalls zur
Stabilisierung der Schräglage notwendig.
Die Kurvenschräglage ist ein unter Motorradfahrern
und - Fahrerinnen ewig diskutiertes Thema, da sie auch als Gradmesser für
die Kurvengeschwindigkeit und die Verwegenheit des Fahrers herangezogen
wird.
Eine Maschine mit
niedrigem Schwerpunkt und breiten Reifen, wie z.B. ein Roller oder ein
Sportmotorrad, muss stärker geneigt werden als z.B. eine Enduro mit
hohem Schwerpunkt und schmalen Reifen (siehe auch Schwerpunktlage).
Durch zusätzliche Beladung sowie durch die Mitnahme eines Beifahrers
wird generell der Schwerpunkt angehoben, bei leichten Zweirädern
(Moped) stärker als bei schweren. Trotz der somit geringeren
erforderlichen Schräglage kann ein beladenes Zweirad eher aufsetzen, da
es stärker einfedert und die entsprechenden, aufsetzenden Anbauteile
niedriger liegen. Leichte Motorräder und solche mit niedriger Schwerpunkthöhe sind einfacher zu korrigieren. Entscheidend ist vor allem die Größe des Massenträgheitsmoments um die Rollachse (Längsachse). Aber auch das Massenträgheitsmoment um die Lenkachse hat deutlichen Einfluss auf die Handlichkeit. Deshalb werden bei immer mehr Maschinen Armaturen, Spiegel usw. rahmenfest montiert. Eine untergeordnete Rolle spielt auch die Lage der drehenden Kurbelwelle, die ebenso wie die Räder als Kreisel wirkt. Im Allgemeinen sind Maschinen mit längsliegender Kurbelwelle bei sonst gleichen Bedingungen handlicher als solche mit querliegender. |
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