| Unfallgefahr mindern |
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Motorradunfälle und was Sie tun können, um Motorrad-Unfälle möglichst unbeschadet zu überstehen:
Ein
elastisch aufgehängtes zweites Leitblech schütz Motorradfahrer vor
schweren Unfallfolgen
Motorradfahrer - und ihre Beifahrer - leben gefährlich. Siebenmal höher - im Vergleich zu den anderen Verkehrsteilnehmern - ist das Risiko bei einem Motorradunfall getötet zu werden. Vor allem bei selbstverschuldeten Unfällen ist die Wahrscheinlichkeit, tödlich zu verunglücken, enorm hoch: auf Autobahnen hatten fast 9 von 10 getöteten Bikern den Unfall selbst verursacht. Unfallschwerpunkt ist jedoch die Landstraße, wo fast drei Viertel aller tödlich verunglückten Motorradfahrer zu beklagen sind. Dies haben Wissenschaftler des Instituts für Straßenverkehr Köln im Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft e.V. (GDV) in einer Studie ermittelt. Sie fordern deshalb, dass bei der "Örtlichen Unfalluntersuchung" Motorradunfälle künftig analysiert werden sollen, dass die mobile und stationäre Geschwindigkeitsüberwachung "motorradtauglich" gemacht wird, beispielsweise durch zusätzliche Heckfotos zur Ermittlung des Halters über das Kennzeichen. Außerdem sollten an gefährlichen Strecken flexibel an den Schutzplanken aufgehängte Leitbleche angebracht werden, um die oft dramatischen Unfallfolgen beim "Abflug" von der Straße deutlich zu mildern. Siebenfach höheres TodesrisikoDie volkswirtschaftlichen Verluste durch Personenschäden nach Motorradunfällen sind von 1995 bis 1998 um 3 Prozent zurückgegangen, die der anderen Verkehrsteilnehmer jedoch um 15 Prozent. Noch deutlicher sind die Unterschiede bei der Anzahl der Getöteten: Zwar kamen im selben Zeitraum 5 Prozent weniger Motorradfahrer ums Leben, die Anzahl der übrigen im Straßenverkehr Getöteten sank aber kontinuierlich um 19 Prozent. Bezieht man die Anzahl der getöteten Motorradfahrer auf deren Fahrleistung, so sind 92 Getötete je eine Milliarde Motorrad-Kilometer zu beklagen. Die Vergleichszahl der anderen Verkehrsteilnehmer: 13 Tote je Milliarde Kfz-Kilometer. Schwere und tödliche Unfälle führen nicht nur zu großem menschlichem Leid, sondern auch zu hohen volkswirtschaftlichen Verlusten. Die sind bei verunglückten Motorradfahrern mit 255 Mark je 1000 Kilometer ebenfalls um das Siebenfache höher als bei den übrigen Verkehrsteilnehmern. Unfallschwerpunkt LandstraßeDen Traum vom Motorradfahren verwirklichen viele Zweiradenthusiasten auf der Landstraße. Diese kann für sie allerdings zum Alptraum werden: 74 Prozent der getöteten Motorradfahrer und 61 Prozent der volkswirtschaftlichen Verluste entfallen auf die Landstraßen. Hier sind auch die Unfallfolgen am schlimmsten: von 1000 verunglückten Bikern wurden 53 getötet, auf Autobahnen sind die Unfallfolgen mit 45 Getöteten je 1000 verunglückte Motorradfahrer etwas, innerorts mit 13 deutlich geringer. Auf innerörtliche Straßen entfallen 21 Prozent der getöteten Motorradfahrer; die Anzahl der Schwerverletzten und Leichtverletzten ist hier anteilig aber höher als auf Landstraßen, so dass der Anteil der Verunglücktenkosten innerorts 35 Prozent erreicht.
Auf Autobahnen entfallen zwar "nur" 5 Prozent der
getöteten Motorradfahrer und 4 Prozent der volkswirtschaftlichen
Kosten, jedoch sind diese Zweiradfahrer in fast allen Fällen (86
Prozent) selbst Verursacher ihres traurigen Schicksals. Bei
selbstverschuldeten Unfällen sind die Verletzungsfolgen deutlich höher
als bei nichtverschuldeten Unfällen. Auch die Wahrscheinlichkeit,
getötet zu werden, ist bei selbstverschuldeten Unfällen höher.
Unterschätze Größe, die Geschwindigkeit ! : Mofa- und Moped-Unfälle unterscheiden sich im Gesamtrisiko von den Motorradunfällen im wesentlichen dadurch, dass die Wahrscheinlichkeit, getötet zu werden, nur etwa halb so groß ist. Aufgrund der vielen Schwerverletzten liegt das Sicherheitsrisiko der Mofa- und Mopedfahrer aber lediglich um ein Viertel unter dem der Motorradfahrer. Als relativ schwache Verkehrsteilnehmer sind die Unfallfolgen bei Mofa- und Mopedfahrern in der Regel immer höher als bei ihren Unfallgegnern. Das gilt außerorts auch für Motorräder.
Welche Maßnahmen sind sinnvoll?Vom Institut für Straßenverkehr Köln werden folgende Maßnahmen zur Minderung der Unfallzahlen und Unfallfolgen empfohlen:
von 12 Metern stürzte der Motorradfahrer und prallte mit einer Differenzgeschwindigkeit von ca. 10 km/h gegen den unteren Teil des Pkw-Hecks. Er wurde dabei zwischen Pkw und seiner eigenen Maschine eingeklemmt. Dabei zog er sich tödliche innere Verletzungen zu.Hätte er am gleichen Reaktionspunkt mit einer stabilen Bremsung seine maximale Bremsleistung einsetzen können, wäre er rund fünf Meter vor dem Hindernis zum Stehen gekommen. Nach einer Untersuchung zu Motorradunfällen fordern die Unfallforscher des Instituts für Fahrzeugsicherheit im Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft e.V. (GDV) deshalb, dass alle neuen Motorräder eine Anti-Blockier-Bremse (ABS) haben und die Zweiradfahrer richtiges Bremsen mit ABS üben sollten.
Gefährlicher Sturz
Vergleicht man die Verletzungen aller verunglückten Motorradfahrer mit denen, die vor der Kollision einen Sturz erlitten, so steigt vor allem bei sehr schweren Verletzungen das Risiko, den Unfall nicht zu überleben, beim Sturz auf das Doppelte.
Das haben Unfallforscher des Instituts für
Fahrzeugsicherheit im Gesamtverband der Deutschen
Versicherungswirtschaft e.V. (GDV) in einer Untersuchung von schweren
Motorradunfällen herausgefunden. Wären alle Motorräder mit einer
Anti-Blockier-Bremse (ABS) ausgestattet gewesen, wie die Unfallexperten
fordern, so wären diese meist tödlichen Stürze vermieden worden. Unfallursache Bremsen: Versicherer fordern ABS für alle neuen Motorräder - Fahrer müssen Druck auf Hersteller machen - Bremsen muss noch in Fahrschule und Sicherheitstraining geübt werden. "Bremsen als Todesursache" - Was auf den ersten Blicke wie eine zynische Verballhornung klingt, macht die ganze Problematik des Bremsens mit einem Motorrad deutlich. Sowohl die Technik von so genannten "Ein-Spur-Fahrzeugen mit getrennter Bremsanlage" als auch die Fähigkeit des Zweirad-Benutzers entscheidet über Erfolg und Misserfolg beim Abbremsen - und letztlich auch über Leben und Tod.
Deshalb fordern die Unfallforscher vom Institut für Fahrzeugsicherheit im Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) nach der Analyse von Realunfällen und Auswertung der Unfall-Datenbank des GDV, dass Motorräder künftig möglichst serienmäßig mit ABS ausgerüstet werden und die ”Biker“ das richtige und sichere Bremsen in Aus- und Fortbildung lernen.
Die Technische Entwicklung hat auch vor modernen
Motorradbremsanlagen nicht Halt gemacht. Die Zeiten unwirksamer
Vorderradtrommelbremsen sind vorbei. Die kontinuierliche
Kritik an dieser Bauart zwang die Industrie dazu, immer wirkungsvollere
Bremsen zu entwickeln. Zur Zeit dürften 6-Kolben Bremszangen den Stand
der Technik widerspiegeln. Zusammen mit Stahlflex-Bremsleitungen ergibt
sich eine Vorderradbremse, die keine Probleme mehr hat, auch bei
Geschwindigkeiten über 100km/h das Vorderrad abrupt zum Stehen zu
bringen.
Kann ein durchschnittlich geübter Motorradfahrer diese Bremsleistung bei kontrollierten Bremsungen noch einigermaßen beherrschen, so ist er in einer Schrecksituation meist hoffnungslos überfordert. Entweder er öffnet seine rechte Hand sofort nach dem Blockieren des Vorderrades und kann so den Sturz vermeiden, oder er verkrampft und stürzt. In beiden Fällen kann er aber seine volle Bremsleistung nicht optimal einsetzen und verlängert seinen Bremsweg. Drei tödliche Unfälle, die nach diesem Muster abgelaufen sind, waren für das Institut für Fahrzeugsicherheit in München der Anlass, diese Problematik zu untersuchen und mit Auswertungen der Datenbank des Instituts zu beginnen. Ergebnisse der Unfallforschung:In rund 65 Prozent aller Kollisionen zwischen Pkw und Motorrad hat der Motorradfahrer noch Zeit, eine Bremsung einzuleiten. In diesen Fällen entscheiden er und sein Bremssystem, wie viel Geschwindigkeit er abbauen und somit auch seine kinetische Energie reduzieren kann. Diese ist letztendlich verantwortlich für die Schwere seiner Verletzung, die er bei einem anschließenden Aufprall erleidet. In 20 Prozent dieser Fälle stürzt der Motorradfahrer. Bei der genauen Analyse konnte in 93 Prozent nachgewiesen werden, das er bei einer stabilen Bremsung, mit ABS, nicht gestürzt wäre. Zusammen mit den Alleinunfällen könnten die Unfallzahlen aller getöteten und verletzten Motorradfahrer durch ABS um ca. 10 Prozent reduziert werden. Bei den heutigen Unfallzahlen sind dies mindesten 70 Tote und 3000 Verletzte pro Jahr weniger.
Zu wenig Motorräder haben ABS
Problem: Kontrolliert bremsen Kann ein durchschnittlich geübter Motorradfahrer diese Bremsleistung bei kontrollierten Bremsungen noch einigermaßen beherrschen, so ist er in einer Schrecksituation meist hoffnungslos überfordert. Entweder er öffnet seine rechte Hand sofort nach dem Blockieren des Vorderrades und kann so den Sturz vermeiden, oder er verkrampft und stürzt. In beiden Fällen kann er aber seine volle Bremsleistung nicht optimal einsetzen und verlängert seinen Bremsweg.
Drei tödliche Unfälle, die
nach diesem Muster abgelaufen sind, waren für das Institut für
Fahrzeugsicherheit in München der Anlass, diese Problematik zu
untersuchen und mit Auswertungen der Datenbank des Instituts zu
beginnen.
Institut für Straßenverkehr (ISK)
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